Omeprazol - Dosierung bei Kindern mit Behinderung

Hallo,

ich wurde wieder aufmerksam, dass Kinder mit Behinderung Omeprazol (Antra) zur Behandlung z.B. vom Säurereflux bekommen (Sodbrennen). Doch klagen einige Kinder weiterhin mit Unruhe, manche Überstrecken sich auch.

Über einen älteren Beitrag bei rehakids.de wurde das Thema schon behandelt, auch ist es z.B. bei Kindern mit dem Syndrom PCH Typ2a bekannt, dass eine höhere Menge an Omeprazol oder andere Säureblocker nötig ist:

aus: https://www.rehakids.de/ftopic24674.html

Vgl auch: https://www.pch2cure.org/life-hack/gastrooesophagealer-reflux-vermehrtes-erbrechen/

Welche Erfahrungen gibt es bei euch?

Danke Dirk, das hilft uns weiter.

Hallo Dirk,

ja, ich teile Deine Beobachtung. Viele Kinder und Erwachsen mit Behinderung benötigen PPI (wie Omeprazol, Esomeprazol u.ä.) langfristig/ dauerhaft und in höheren Dosen.

Unsere beiden hatten in den ersten Jahren (ab ca. 12 LM) 3mg/kgKG verteilt auf 2 Gaben pro Tag. In den letzten Jahren gab es keine Dosisanpassung mehr, daher liegen wir heutw bei etwa 2,5mg/kgKG.

Und bei akutem Bedarf gibt es weitere Magenschutzmedis dazu.

Die Reduktionsversuche einiger besonderer Ärzte haben bei unseren Beiden immer wieder zu blutenden Magengeschwüren mit allen Folgeproblemen geführt.

Ich verteile seitdem regelmäßig die “alte” Studie und verweigere eine Reduktion, was in Stuttgart vor ca. 5 Jahren zum Klinikverweis geführt hat.

Wie sind denn Eure Langzeiterfahrungen in Puncto Wirkverlust und Osteoporose?

Unsere Große bekommt Antra seit >20 J. und wir haben keinerlei Probleme in diesen Punkten, obwohl das ja immer als Argument für die Notwendigkeit dwr Reduktion/ Pause angeführt wird.

Ich kenne allerdings auch 2 Kinder, die nach 8-10 Jahren spontane Oberschenkelfrakturen… erlitten, wo die Vermutung im Raum blieb, dass die PPI mit zur fatalen Osteoporose beigetragen hätten.

Grüßle Ursula

Hallo Ursula,

Ja, die Nebenwirkungen sollten immer im Blick sein. Osteoporose ist bei alten Menschen wie auch bei Leuten mit Behinderungen ein hohes Risiko, wenn die Lauf- und Stehfunktion nur eingeschränkt oder gar nicht mehr erreicht wird.

Es ist für uns ein Abwägen im Blick auf die tägliche Lebensqualität. Schmerzen zu vermeiden, ist hierbei die oberste Priorität. Da helfen Leitlinien oder der Beipackzettel vom Medikament nur bedingt, insbesondere wie bei Linn, wenn wir den Eindruck haben, sie verstoffwechselt anders wegen der Erkrankung und den anderen Medikamenten.

Wir müssen doch immer im Blick haben, dass viele Medikamente getestet wurden, ihre Dosisfindung bei an sich „gesunden“ Menschen ohne Behinderung, auch häufig auf den männlichen Stoffwechsel zugeschnitten.

Bei uns liegt die Omeprazol-Hauptwirkung höher als die Nebenwirkungen, denn ohne dieses Medikament würde Linn schwere Schmerzen erleiden und schnell eine blutige Gastritis bekommen.

Bei akutem Bedarf: Im Alltag eigentlich nur, wenn wir länger Ibuprofen geben müssen. Dann wird das Omeprazol erhöht, mit ärztlicher Rücksprache.

Wenn sie jetzt immer wieder Sodbrennen hätte, dann würden wir schauen, es generell zu erhöhen.

Wir geben Omeprazol 3 × täglich, als die Tagesdosis auf 3 × verteilt, weil wir die Erfahrung machten, dass die Wirkung nach gut 8 Stunden nachlässt, insbesondere wenn wir wegen Schmerzen immer mal Ibuprofen geben müssen.