Hi ihrs,
erstmal wünsch ich euch natürlich, dass es sofort klappt und dann auch schnell verschlossen werden kann. Ich kann euch aktuell aus der Praxis etwas berichten.
Abkleben hat ein paar tücken im Alltag.
Es gibt für Kinder keinerlei “patentlösungen”. Alle Systeme sind auf Erwachsene ausgerichtet, Von allen die wir bisher getestet haben befanden wir nur zwei als geeignet, wenn sie denn passen!
- TruSeal(R) Contour Basisplatte von Blom-Singer mit Stopfen bzw. Sprechventil zu kombinieren
2) Trachi-Naze(R) Halteplatte Hydrokolloid Small von Kapitex Healthcare mit Nachtfiltern (gibt keine Stopfen oder Sprechventile dafür)
beide haben wir über Firma Fahl bestellt.
Wie gesagt, das kann man ausprobieren, ob es hält hängt davon ab, ob schon genug platz vorhanden ist. Linus wird jetzt bald 2 und bei ihm ist nicht genug Platz, selbst in der Nacht halten die Systeme nicht.
Die Selbstbastellösung funktioniert zur Zeit immer noch am besten. Wir nehmen die Kanülenkompressen 1-KAM von Fahl (Sind schön dicht und saugen gut) und schneiden daraus Rechtecke die etwas größer sind als die Stomaöffnung. Dann schneiden wir Fixomull so zurecht, dass ein ordentlicher Rand über der Kompresse raussteht. Das Stoma wird dann zuerst mit einem Feuchttuch abgewischt, bis kein “Rotz” mehr fühlbar ist, dann mit einer Vliwasoftkomresse gründlich abgetrocknet. Jetzt mit dem gebastelten Pflaster abkleben, aber vorher eine ganz kleine ecke umknicken, damit man es auch wieder abziehen kann, falls ein Notfall eintritt.
Das selbe Prinzip steckt hinter der “Instantlösung” für unterwegs und wenn schnell gehen muss: Cosmopor(R) steril von Hartmann ist auch so aufgebaut, klebt aber bei weitem nicht so gut und ist noch viel Luftdurchlässiger.
Das funktioniert hat aber Nachteile:
Das Pflaster ist nicht Dicht, zumindest nicht richtig. Teilweise wird also immer noch durch das Stoma geatmet.
Auch weis Linus inzwischen wie man das Pflaster abziehen kann, und tut das natürlich. Dagegen hilft ein Halstuch und Hemden mit Kragen bis oben zu machen / bzw. Rollkragenpulli. Wird schwer jetzt im Sommer.
Aussedem ist es Zeitraubend die dinger vorzubereiten und das Pflaster muss nach fast jedem Husten erneuert werden, weil es feucht einfach nicht klebt und auch nicht wieder mehr wenn es schon einmal an einer Stelle abgezogen war.
Diese beiden Umstände führen dazu, dass das Pflaster “alle Nase lang” gewechselt werden muss und darunter leidet die Haut um das Stoma sehr. Sobald eine Rötung auftritt ist Ende mit Pflastern, weil die natürlich auf Heilsalbe (mit Panthenol) nicht haften.
In der Zeit bis die Rötung verheilt ist bleibt nur das Stoma offen zu lassen. Jeder Husten muss dann manuell abgewischt werden, vieles landet im T-shirt, die Atwemwege trocknen extrem aus, es muss viiieeel inhaliert werden. Und wenn die Haut verheilt ist, dann ist es schwer zu erklären, dass das Pflaster jetzt wieder drauf muss und auch drauf bleiben soll…
Bisher galten unsere größten Sorgen Staubflusen, Brotkrümeln und kalter Luft. Jetzt sehe ich vor allem Sandkasten und Insekten in den Fokus rücken.
Letzter Punkt: ohne Kanüle, keine Feuchte Nase und damit auch kein Sauerstoffanschluss im Infektfall. Hier behelfen wir uns mit einer Wäscheklammer (Schlauch am Pyjama festklemmen) und Fixomull (Schlauchende in der Nähe des Stomas festkleben)
Zusammengefass kann man sagen: Es ist nicht einfach und man muss noch mehr ein Auge auf alles haben ohne Feuchte Nase und so. Aber mit der gewissheit, dass das nur eine zwischenlösung ist auf dem Weg in die Lochlosigkeit ist, kann man es ertragen.
Alles Gute
Sonja