Hallo Sonja,
einen Pflegedienst hatten wir uns vor sechs Jahren selbst gesucht. Unterstützung vom KH hatten wir nicht. Aber eine sehr nette Sachbearbeiterin unserer Krankenkasse, die sich sehr bemüht hat uns zu unterstützen: Adressen vermittelt, selbst telefoniert,…
Nach Hause ging es für uns erst, als die Pflege über 24h gesichert war. Gedauert hat das ganze fast drei Monate.
Vom KH aus hätten wir fast vier Wochen eher nach Hause gekonnt…
Wie man sich fühlt, wenn ständig fremde Personen im Haus sind, das empfindet sicherlich jeder anders.
Zu einem großen Teil liegt es auch an der Art der fremden Personen… Der Anfang war schon schwer.
Im Nachhinein kann ich aber sagen, ich hab’s mir vorher schlimmer vorgestellt… und irgendwann sind sie nicht mehr fremd…
Ans Herz legen möchte ich euch auch, dass ihr euch vorab Gedanken macht, wie das Zusammenleben mit den Krankenschwestern sein soll.
Schreibt es ruhig auf. Gestaltet so etwas wie „Hausregeln“. So sind wichtige Dinge für alle von Anfang an klar. Vor allem bei einer 24h-Pflege.
Unser jetziger Pflegedienst war sehr froh darüber, dass es so etwas gab.
Wir haben wirklich ganz banale Dinge dort hineingeschrieben:
wo sollen sie sich aufhalten, wenn keine Pflege stattfindet; Umgang mit Müll, Sauberkeit,…; Welcher Platz im Kühlschrank darf genutzt werden; das benutzen von Kaffeemaschine, Wasserkocher (in welchem Umfang),… usw.
Gerade am Anfang muss man soooo viel miteinander besprechen, da ist es gut wenn manche Dinge schon klar sind und man nicht alles mit jedem Einzelnen klären muss. Auch für später, wenn neue Kräfte dazukommen.
Was für manche ganz „selbstverständlich“ ist, ist es für andere eben nicht…
Meine -persönliche- Meinung ist, das gerade bei einer 24h-Pflege eine gewisse Distanz zu den Pflegekräften ganz wichtig ist.
Familienleben ist Familienleben und Pflegekräfte sind keine Familie. Für uns heißt das auch, das unser Familienleben so weit wie möglich ohne Krankenschwester abläuft. Da Jacqueline tagsüber meistens bei uns ist, sind sie bei den Mahlzeiten, beim spielen, kuscheln, wenn Freunde da sind nicht dabei sondern nur in Ruf-Nähe.
Ist die Zimmertür auf, dürfen sie jederzeit hinein, ist die Tür angelehnt muss angeklopft werden (auch das steht in unseren Hausregeln).
Gespräche beziehen sich meistens auf Abläufe und auf die Pflege.
Für uns macht es das Zusammenleben und für die Krankenschwestern das Arbeiten so sehr viel einfacher.
Unseren Kindern fehlt diese Distanz natürlich, und manches mal plaudern sie zu viel
aber damit können wir alle gut umgehen.
Wir schätzen und respektieren uns, und uns ist es wichtig, dass sich alle wohl fühlen.
Es gibt immer mal Zeit und Lust für netten Smalltalk, eine Schale Süßigkeiten und natürlich auch das Stück Kuchen wenn jemand von uns Geburtstag hat.
Nur Mut. Wenn ihr mit eurem Schatz erst mal zu Hause seit, wird sich vieles automatisch einspielen.
Seit ca. 3 Jahren sind wir am Wochenende, an Feiertagen, und wenn mein Mann Urlaub hat, bis zu 10 Std. am Tag ohne Krankenschwestern.
Diese Zeit genießen wir sehr…
Alles Gute für euch.
Monika