1 Warum wird es gebraucht?
Wenn die oberen Atemwege schwer frei bleiben oder eine längere Beatmung nötig ist, zum Beispiel nach einen schweren Unfall.
Wenn viel Schleim aus den unteren Atemwegen herausgeholt oder gut Luft durch eine Öffnung geführt werden muss, da die oberen Atemwege "verlegt" sind, also nicht die Luft in die Lungen gut gewähren können.
Das Tracheostoma ermöglicht das Atmen, auch wenn der ganz normale Weg durch Mund/Nase nicht reicht.
2 Wie entsteht es?
Durch einen kleinen chirurgischen Eingriff oder eine ähnliche invasive medizinische Prozedur am Hals unter dem Kehlkopf.
3 Wie sieht der Alltag damit aus?
Die Haut um das Loch / Stoma muss sauber und trocken gehalten werden. Die Öffnung zieht Luft hinein und lässt sie wieder aus den unteren Atemwegen hinaus, die Kanüle muss dafür fest und sicher sitzen und wird über ein Bändchen um den Hals gehalten.
Die Kanüle und die Verbindungsteile sollten regelmäßig kontrolliert werden, damit nichts verrutscht.
Die Haut um das Stoma kann leicht gereizt sein. Dafür gibt es spezielle Cremes oder Hautschutz. Mund- und Zungenpflege bleibt äußerst wichtig, denn durch das Tracheostoma kann es zu einer fehlenden Reizen im Mund- und Rachenraum kommen, worauf die Schleimhaut empfindlicher werden kann.
Sprechmöglichkeiten können eingeschränkt sein; oft helfen spezielle Sprechhilfen wie Sprechventile oder andere Kommunikationswege.
Essen und Trinken können trotzdem möglich sein, manchmal gibt es besondere Anleitungen zum Beispiel mit Hilfestellungen über einen Atemtherapeut:innen oder der Ergotherapie.
4 Wichtige Dinge zum Mitnehmen
Achte auf Anzeichen von Problemen: Rote oder geschwollene Haut rund ums Stoma, verändertes Sekret, starker Geruch des Sekres, Luftnot oder Druckgefühl.
Verliert die Kanüle ihren Halt oder fällt heraus, suche sofort Hilfe über das Fachpersonal. Für Zuhause ist wichtig, selbst zu lernen mit Anleitung von Pflegefachkräften / Ärzt:innen, wie du im Notfall die Kanüle wieder in die Luftröhre führst und die Atemwege sicherst.
Halte ein kleines Notfallset bereit nah beim Kind, egal wo(Ersatzkanüle, Pinzette, sichere Verschlüsse) und wende dich bei Unsicherheiten an die behandelnde Pflegefachkraft oder Ärztin. Bespreche mit ihnen, wie die Notfalltasche bestückt sein soll und ob der Zugriff auf das Notfallset schnell möglich ist.
Beispiel aus dem Alltag
Stell dir vor, dein Kind atmet durch einen kleinen Trachealkanüle in der Halsöffnung. Die Pflege bedeutet dann, den Bereich sauber zu halten, regelmäßig zu prüfen, dass die Kanüle fest sitzt und die Atemwege frei sind von Sekret. Die Kanüle sollte nicht zu fest sitzen, aber sicher. Bei Problemen solltet sofort Hilfe bereitstehen, denn jeder Zwischenfall kann lebensbedrohlich sein.
Da es jederzeit zu lebensbedrohlichen Ereignissen kommen kann, zum Beispiel wenn das Sekret mal fester ist und schwer abzusaugen, prüfe mit euer Ärzteschaft und/oder Pflegedienst, ob ihr für die Versorgung auch außerklinische Intensivpflege Zuhause verordnet bekommt. Denn eine Tracheostoma-Anlage muss rund um die Uhr auf mögliche Ereignisse beobachtet werden und eine Fachkraft muss jederzeit bereitstehen. Auch kann die Krankenpflege oder hier Behandlungspflege schnell pflegende Angehörige / Eltern überfordern.
Hilfreich ist, gut in Kontakt mit einer/einem Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) zu stehen und das Tracheostoma regelmäßig ärztlich zu prüfen auf Entzündungen oder Druckstellen auch in der Luftröhre, wo die Trachealkanüle anliegen könnte.
So bleibt die Luftwege offen und der Alltag geht Schritt für Schritt weiter.